Leseprobe Der Fluch des Erbes II

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Leseprobe der Fluch des Erbes II

Kapitel 1

Es fing bereits an zu dämmern, als Mercedes aus ihrer Ohnmacht erwachte.

Sie lag auf einem harten Untergrund und hatte schreckliche Rückenschmerzen. Vorsichtig setzte sie sich auf und sah sich komplett desorientiert in dem kleinen Zimmer um, in dem sie sich befand. Anstelle einer vernünftigen Matratze lag sie nur auf zwei dickeren Decken, die man auf der Holzplatte des Bettes ausgebreitet hatte.

Kein Wunder, dass ihr der Rücken so wehtat.

Neben dem Bett, das an der rechten Zimmerwand und unter einem kleinen vergitterten Fenster stand, gab es noch einen zweitürigen Kleiderschrank mit einer dazu passenden Kommode. Er stand gegenüber der Schlafstatt. Mercedes brauchte nur den Arm weit auszustrecken, um ihn berühren zu können. Zwischen Bett und Schrank war maximal ein halber Meter Platz.

Direkt daneben befanden sich ein rechteckiger Tisch und zwei Holzstühle ohne Kissen. Alles einfach lieblos an die Wand gestellt.

Sie befand sich in einer Art Besenkammer, wie es ihr schien. Viel größer war dieses Zimmer nicht.

Die spärlichen Möbel waren allesamt schwarz. Sogar die Wände hatte man so gestrichen.

In dem spärlichen Licht, das durch das kleine Fenster fiel, konnte sie keinerlei Farben erkennen.

Der Fußboden war aus einfachem, nacktem Holz. Auf Teppiche hatte man gänzlich verzichtet.

Dieser Raum strahlte eine böse Atmosphäre aus und das war wohl auch ganz bewusst so gemacht.

Unwillkürlich fröstelte sie in dem ohnehin recht kalten Zimmer und schlang ihre Arme um den Oberkörper. Dann kehrte langsam die Erinnerung zurück und sie wusste wieder, was geschehen war. Sofort hatte sie das hasserfüllte Gesicht von Alfredo Luggutto vor Augen und hörte die harten Worte, die er zu ihr gesagt hatte. Konnte es wirklich wahr sein, dass sie schwanger war? Vorsichtig glitten ihre Hände über ihren flachen Bauch und eine einzelne Träne stahl sich ihre Wangen hinab.

Vielleicht wollte sie das Oberhaupt der Lugguttos auch einfach verunsichern und Alfredo hatte sie ganz bewusst belogen. Doch der Blick seiner Augen hatte eine andere Sprache gesprochen.

Nur ihrer vermeintlichen Schwangerschaft hatte sie es wohl zu verdanken, dass sie noch am Leben war. Nein, er hatte sie nicht belogen.

Er hatte mit seiner schwarzen Magie etwas gesehen, das ihr selbst noch nicht einmal bewusst gewesen war.

Erneut bahnten sich Tränen ihren Weg, als sie hörte, wie der Schlüssel im Schloss gedreht wurde.

Dann öffnete sich auch schon die schmale Holztür und augenblicklich wurde der Raum in grelles Licht getaucht. Magie schoss es ihr sofort durch den Kopf.

Schnell stand sie von dem schmalen, harten Bett auf. Sie durfte keine Schwäche zeigen.

Wollte sie das hier lebend überstehen, musste sie wie eine Sergioso auftreten. Unerschrocken und Ehrfurcht gebietend. Sie hatte die Magie ihrer Urgroßmutter geerbt, vor der die Lugguttos immer Angst gehabt hatten. Und diese würden sie auch diesmal zu spüren bekommen.

Niemals würde sie kampflos aufgeben, auch wenn sie momentan vielleicht in keiner so guten Position war. Erst recht nicht, da sie ein Kind unter dem Herzen trug.

Automatisch griff sie an ihren Hals, konnte jedoch die Kette des Medaillons nicht mehr ertasten. Nach einem kurzen Blick auf ihre Hände stellte sie fest, dass man ihr auch die Ringe abgenommen hatte.

Nun, ihre Magie konnte auch ohne diese Hilfsmittel auskommen. Sie musste es einfach!

Ihre Augen richteten sich auf den hochgewachsenen Mann, der jetzt das Zimmer betrat und die Tür hinter sich schloss. Sofort erkannte sie eine gewisse Ähnlichkeit mit Alfredo Luggutto in ihm. Auch er war wie zuvor Alfredo in ein schwarzes, hochglänzendes Gewand gehüllt, das in der Taille jedoch von einem breiten, blutroten Gürtel gerafft wurde.

Seine ebenfalls pechschwarzen Haare trug er offen. Sie fielen in weichen Locken bis auf seine Brust hinab. In seinen schwarzen Augen konnte sie Hass sehen und zugleich Begierde, als er sie jetzt von Kopf bis Fuß musterte. Er sah nicht viel älter aus als sie selbst. Natürlich hatte er bereits das Elixier zu sich genommen.

Nun machte er eine galante Verbeugung, bevor er das Wort an sie richtete.

»Willkommen im Haus meines Vaters, meine schöne Blüte. Wie ich sehe, hat er nicht übertrieben, als er mir von deiner Schönheit berichtete.«

Langsam kam er näher und blieb schließlich direkt vor Mercedes stehen.

Dann streckte er die Hand nach ihr aus und zwirbelte sich eine ihrer roten Locken um den Zeigefinger.

Angewidert wich Mercedes einen Schritt zurück, bis sie das Fenster im Rücken spürte. »Fass mich nicht an«, giftete sie und hob abwehrend beide Hände.

»Da haben wir uns wohl einen feurigen Wirbelwind eingefangen«, grinste Benjamino Luggutto und brach dann in schallendes Gelächter aus.

»Du solltest dir allerdings gut überlegen, wen du dir hier zum Feind machst, meine Blüte. Vielleicht kannst du einen Gönner noch recht gut gebrauchen. Mein Vater lässt keine Gnade walten. Das hast du wahrscheinlich schon mitbekommen. Wenn er hat, was er will, wird er dich entsorgen. Ich sehe das zwar genauso wie er, allerdings ist es mir zuwider, eine schöne Frau umzubringen. Das wäre doch reine Verschwendung, meinst du nicht auch?«

Anzüglich grinste er sie nun an und rückte wieder ein Stück von ihr ab. »Du hast nun reichlich Zeit, darüber nachzudenken. Gleich kommt eine Zofe und bringt dir etwas zu essen. Du wirst diesen Raum bis zu deiner Niederkunft nicht mehr verlassen. So will es mein Vater. Zeigst du dich mir gegenüber aber etwas freundlicher, werde ich bestimmt einen Weg finden, dir das Leben hier wesentlich angenehmer zu gestalten. Und wer weiß, vielleicht verhelfe ich dir sogar zur Flucht, wenn du ganz besonders nett zu mir bist. So überlege dir gut, was du tust.«

Dann ging er zurück Richtung Tür und verschwand, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Mercedes sah wie betäubt auf die geschlossene Tür und hörte, wie der Schlüssel im Schloss gedreht wurde. Was hatte sie nur getan?

Erst jetzt fiel ihr die zweite Tür auf, die sich direkt neben der Zimmertür befand, aber wesentlich schmaler war.

Neugierig geworden, trat sie darauf zu und drückte die Klinke nach unten. Der Raum, den man als solchen jedoch kaum bezeichnen konnte, war ein kleines Viereck von vielleicht zwei Quadratmetern.

In der Mitte gab es ein großes Loch, rechts und links zwei Haltegriffe. Daneben stand ein gefüllter Holzeimer mit Wasser. Sofort war Mercedes klar, dass es sich um die Toilette handelte.

Angewidert trat sie wieder zurück und schloss die Tür hinter sich. Das alles war mehr als eine Zumutung.

Alfredo Luggutto konnte doch wohl nicht allen Ernstes glauben, dass er das mit ihr machen konnte. Schließlich war sie ja wohl die Frau, die ihm den ersehnten Erben gebären würde.

 

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Keine zwanzig Minuten später klopfte es kurz bevor der Schlüssel erneut herumgedreht wurde.

Mercedes stand vor dem Fenster mit dem Rücken zur Tür und drehte sich jetzt um, als zwei junge Mädchen hereinkamen, die beide ein Tablett in den Händen trugen.

Noch immer war der Raum hell erleuchtet. Flink stellten die jungen Frauen die Tabletts auf dem Tisch ab und würdigten Mercedes dabei keines Blickes.

So schnell wie die beiden gekommen waren, so schnell verschwanden sie auch wieder.

Wahrscheinlich hatte man ihnen strengstens verboten, mit der Gefangenen zu reden.

Mercedes verspürte absolut keinen Hunger, wusste aber, dass sie etwas essen musste, wollte sie bei Kräften bleiben. Außerdem musste sie an das ungeborene Kind denken. Sie war vollkommen erstaunt, als sie sah, was die Mädchen mitgebracht hatten.

Neben einer Kanne Tee und einem Glas Milch befand sich unter einer silbernen Haube ein gut gefüllter Teller.

Hierauf waren verschiedene Gemüsesorten, Kartoffeln und ein großes Stück Fleisch mit einer bräunlichen Soße angerichtet. Auf dem zweiten Tablett lagen Früchte aller Art und ein Schälchen mit Quarkspeise.

Das konnte sie unmöglich alles essen.

Doch da die Speisen so appetitlich aussahen, fing ihr Magen auch schon an zu knurren.

Also zog sie sich einen der harten Stühle heraus und setzte sich an den blank polierten Holztisch.

Das Essen schmeckte genauso gut wie es aussah und Mercedes hatte den Teller recht schnell geleert.

Als Nachspeise griff sie nach den roten Weintrauben und schloss genüsslich ihre Augen.

Was wollte Alfredo Luggutto ihr damit beweisen? Auf der einen Seite hielt er sie wie eine Gefangene in einem winzigen Zimmer, ohne jeglichen Komfort.

Auf der anderen Seite setzte er ihr das beste Essen vor. Natürlich dachte er an seinen ungeborenen Urenkelsohn. Aber weshalb brachte er sie dann in diesem kalten Loch unter? Bald würde der Winter Einzug halten und dann würde sie hier erfrieren und mit ihr das Kind. Das wäre wohl kaum in seinem Interesse.

Grübelnd stand sie jetzt vom Tisch auf und stellte sich wieder vor das kleine Fenster.

Es schien in einen Hinterhof zu gehen, der verlassen dalag. Sie konnte keinen Menschen sehen.

Auch hörte sie keinerlei Geräusche oder Stimmen. Befand sie sich überhaupt im Haupthaus der Lugguttos?

Langsam bekam sie ihre Zweifel daran. Und dann stellte sich augenblicklich ein so starker Kopfschmerz ein, dass sie kurz aufschrie.

Sie meinte, ihr Kopf müsse explodieren. Ohne etwas dagegen tun zu können, sank sie auf das harte Bett zurück. Alles drehte sich um sie herum und der Schmerz wurde dabei immer stärker. Milana, bitte hilf mir, dachte sie noch, bevor eine erneute Ohnmacht sie übermannte.

 

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 Die Sonne schien kräftig in das kleine Zimmer, als sie am nächsten Morgen die Augen öffnete.

Vorsichtig setzte sie sich auf und wurde sofort von einem derart starken Schwindel übermannt, dass sie wieder zurück auf das harte Lager fiel.

Was hatte man ihr gestern Abend ins Essen getan? Anders konnte sie sich ihr Unwohlsein nicht erklären.

Sie fühlte sich vollkommen entkräftet und hatte Mühe, ihre Gedanken zu sortieren. Was passierte hier mit ihr?

Ein kalter Schweißfilm bedeckte ihren ganzen Körper und sie hatte das Gefühl, dass sie fieberte. Unkontrolliert schlugen ihre Zähne aufeinander. Automatisch griff sie nach der schwarzen Decke, mit der man sie zuvor schon zugedeckt hatte und hüllte sich enger darin ein.

Doch die Kälte konnte sie nicht vertreiben. Sie zog ihren Körper hinauf und griff mit eisiger Hand nach ihr.

Konzentriere dich Mercedes kämpfe dagegen an, sagte sie zu sich und versuchte zugleich, sich mental mit ihrer Urgroßmutter zu verbinden. Nur sie war in der Lage, ihr zu helfen.

Wie durch einen dichten Nebel sah sie nur Sekunden später auch schon Milana oder meinte zumindest, dass diese es war. Genau konnte sie das nicht erkennen.

Die Lippen ihrer Urgroßmutter bewegten sich und sie hatte die Augen weit aufgerissen.

Doch weder konnte Mercedes ihre Worte verstehen, noch hörte sie Milana in ihrem Kopf, so wie es bisher der Fall gewesen war.

Es fühlte sich an, als würde eine unsichtbare Kraft verhindern, dass sie mit ihr in Kontakt trat.

Oder lag es an den unerträglichen Kopfschmerzen, die sie jetzt wieder überrollten und sie zwangen, ihr Vorhaben aufzugeben? Erst als sie die Augen wieder öffnete und sich verzweifelt an den schmerzenden Kopf griff, ließ der dumpfe Druck langsam nach.

Zurück blieb eine heftige Übelkeit, die sie schwankend aufstehen ließ. Vorsichtig ging sie auf die zweite Tür zu und konnte gerade noch rechtzeitig das Loch erreichen, bevor sie sich auch schon erbrach.

Verzweifelt hielt sie sich an den beiden Griffen fest und entledigte sich ihres kompletten Abendessens.

Der Schweiß lief ihr in Bächen den Körper hinunter und sie keuchte nur noch vor Anstrengung.

Ihre Haare hingen ihr aufgelöst und verschwitzt ins Gesicht. Dann war es endlich vorbei.

Mit letzter Kraft ging sie in die Hocke und schöpfte mit beiden Händen das Wasser aus dem Holzeimer, um sich ihr Gesicht notdürftig zu waschen. Insgeheim hoffte sie, dass es frisch war, aber sie hatte einfach keine Alternative.

Sie fühlte sich elend und ekelte sich vor sich selbst. Mühsam rappelte sie sich jetzt wieder auf, um zurück ins Bett zu gehen. Da hörte sie, wie sich der Schlüssel im Schloss der Zimmertür drehte.

Vor ihr stand ein fremder Mann, der sie mit besorgter Miene ansah und sie sofort unter den Armen fasste, um sie zum Bett zu führen. Verstohlen betrachtete Mercedes ihn von der Seite.

Er trug ein langes, glänzendes Gewand in den Farben dunkelblau und dunkelgrün.

Seine bereits ergrauten Haare waren mit einem roten Band zu einem ordentlichen Zopf zusammengebunden und reichten ihm bis knapp auf die Schultern.

Der graue und sehr gepflegte Vollbart verhüllte noch gerade seinen Adamsapfel.

Wären da nicht das graue Haar und der Bart gewesen, hätte dies glatt…..nein…..unmöglich, das konnte gar nicht sein, sagte sie sich und schüttelte innerlich den Kopf.

Mercedes schlurfte mehr, als dass sie ging und war froh, als sie endlich wieder saß.

Sofort hob der Mann ihre Füße an und deckte sie dann mit der schwarzen Decke zu.

»Es tut mir so leid Mercedes«, sagte er jetzt und sah sie aus seinen braunen Augen tief betroffen an.

»Ich dachte, ich könnte es abwenden, aber auch ich wurde schändlich hinters Licht geführt.«

Mercedes sah den fremden Mann vollkommen erstaunt an und wusste nicht, was er ihr damit sagen wollte.

»Bitte entschuldige meine Liebe, ich habe mich gar nicht vorgestellt«, sagte er jetzt.

Dabei glitt ein kleines Lächeln über sein gütiges Gesicht, das aber sofort wieder verschwand.

»Ich bin Christiano Luggutto, der Vater von Roberto.«

 

Kapitel 2

Roberto war der erste der Anwesenden, der endlich wieder aus seinem aufgezwungenen Schlaf erwachte.

Noch etwas benommen fuhr er sich mit der rechten Hand über die Augen und stand dann schließlich vom Boden auf. Dabei fielen kleine Glasscherben von seinem Rock. Verwundert streckte er seine etwas steifen Glieder und lief ein paar Schritte auf und ab.

Sofort trat er auf unzählige weitere Scherben, die unter seinen Schuhen knirschten und sich im ganzen Zimmer verteilt hatten.

Erst jetzt registrierte er, dass sämtliche Fensterscheiben zersprungen waren und ein scharfer Wind durch den Salon wehte.

Es dauerte ein paar Sekunden, bis er wieder ganz bei sich war und die Erinnerung zurückkam.

Postwendend verfinsterte sich sein Gesicht und er ballte die Hände zu Fäusten. Mercedes war schneller gewesen.

Sie hatte ihn ausgetrickst und schwebte jetzt in größter Gefahr. Wie konnte sie nur so unbedacht sein?

Und welche Magie hatte sie angewandt? Hier herrschte ein heilloses Chaos. Und was war mit den Dienstboten? Hatten die etwa überhaupt nichts davon mitbekommen?

Oder hatte Mercedes sie ebenfalls in einen Schlaf fallen lassen? Nach und nach kamen jetzt Frederic, Isabelle und Rudolfo wieder zu sich. Auch sie brauchten einen kurzen Moment, um sich zu orientieren.

Roberto sah, dass Isabelle und sein Onkel ebenfalls viele kleine Scherben aus ihrer Kleidung entfernten.

Selbst wenn Rudolfo eigentlich sein Cousin war, sah er eher einen Onkel in ihm, da er der Ältere war und Roberto ein Leben lang zu ihm aufgesehen hatte.

»Sie ist weg«, sagte er unnötigerweise und trat dann an den Tisch zu den anderen. Pure Verzweiflung sprach aus seinem Blick, als er jetzt einen nach dem anderen ansah.

»Ich muss sofort zu Alfredo Luggutto aufbrechen. Nur dort kann sie sich befinden. Sie ist ihm allein nicht gewachsen. Wer weiß, was in der Zwischenzeit bereits geschehen ist. Wie lange liegen wir hier überhaupt schon herum? Wir haben wertvolle Zeit verloren.«

»Sie ist eine Montemalle, die weiß, was sie will und es auch versteht, sich durchzusetzen«, entgegnete Frederic, der sich am schnellsten wieder gefangen hatte und aus dessen Stimme jetzt Stolz sprach.

»Wie kannst du so etwas sagen?« Empörte sich Isabelle sogleich und sah ihren Vater ärgerlich an.

»Du mit deinem blöden Elixier hast die Lugguttos doch erst wieder auf uns aufmerksam gemacht. So wie Rudolfo sagte, herrschte Frieden zwischen den Clans.«

Beschwichtigend hob Genannter seine Hand und sah in die Runde. »Es ist absolut sinnlos, uns gegenseitig die Schuld zuzuweisen. Das hilft niemanden und schon gar nicht unserer Tochter Mercedes.

Wir müssen jetzt sehr geschickt vorgehen und dürfen uns keine Fehler erlauben.«

Bei diesen Worten sah er direkt zu Roberto, dem die blanke Wut im Gesicht geschrieben stand und der mühsam um Beherrschung rang.

»So, wie ich Alfredo kenne, rechnet er sowieso über kurz oder lang mit unserem Erscheinen und ist demzufolge darauf vorbereitet. Somit müssen wir etwas tun, worauf er in keiner Form eingestellt ist.«

Isabelle sah ihren Mann an und schüttelte den Kopf. »Wir haben nicht genug Zeit, um noch lange Pläne zu schmieden, Rudolfo. Mercedes braucht unsere Hilfe. Und das nicht irgendwann, sondern sofort. Jede Minute zählt.«

Doch Rudolfo widersprach seiner Frau.

»Wir hätten sogar einige Monate Zeit, mein Liebling. Alfredo Luggutto wird Mercedes ganz bestimmt nichts antun, zumindest zunächst nicht.«

»Was meinst du damit?« Schaltete sich jetzt Roberto ein. »Du glaubst ja wohl nicht allen Ernstes, dass ich Mercedes nur eine Minute länger als nötig bei diesem Scheusal verbringen lasse.«

»Was verschweigst du uns Rudolfo?« Isabelle war von

ihrem Stuhl aufgesprungen und baute sich nun vor ihrem Mann auf. Sie war jetzt so wütend auf ihn, dass sie sich zusammenreißen musste, um ihn nicht zu ohrfeigen.

Rudolfo sah sie jedoch nicht an, als er schließlich wieder sprach. Sein Blick heftete sich auf Roberto.

»Eigentlich hättest du wissen müssen, was geschehen ist.« Sagte er und suchte bei diesen Worten in dem Gesicht seines Cousins nach einer Bestätigung. Doch Roberto war vollkommen ahnungslos, wie es schien.

»Mercedes trägt ein Kind unter dem Herzen, mein Junge und daher wird Alfredo ihr auch so lange nichts antun, bis sie den Jungen gesund zur Welt gebracht hat.«

 

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Isabelle stieß einen spitzen Schrei aus und ließ sich dann wieder auf ihren Stuhl zurückfallen. Ihr Gesicht war aschfahl und sie wusste nicht, was sie sagen sollte.

»Ein Kind von einem Luggutto! Welch eine Schande«, murmelte Frederic in seinen nicht vorhandenen Bart.

Ihm war nicht entgangen, dass Mercedes und Roberto sich sehr zugetan waren. Und er hatte sich bereits fest vorgenommen, mit seiner Enkelin ein Wort zu reden.

Hatte sie das unverschämte Glück gehabt, nicht von diesem elenden Simon-Claude schwanger geworden zu sein, musste er sie davon überzeugen, sich jetzt nicht auch noch einem Luggutto an den Hals zu werfen.

Sie war zu etwas viel Höherem geboren und er würde schon zu gegebener Zeit den passenden Mann für sie finden. Das hatte er zumindest geplant. War es etwa dafür bereits zu spät?

Robertos außergewöhnlichem Gehör war keines seiner leise hervorgestoßenen Worte entgangen.

In unbändiger Wut hob er seine rechte Hand und schleuderte Frederic an die Wand neben dem Kamin.

»Roberto«, schrie Rudolfo geradewegs seinen Cousin an und sprang von seinem Stuhl auf. Sein Gesicht war jetzt rot angelaufen vor Wut.

»Lass ihn sofort wieder herunter.«

Roberto schnaubte nur angewidert, hob dann jedoch erneut die Hand und ließ Frederic unsanft auf den Boden zurückfallen.

»Da siehst du, welche Barbaren die Lugguttos sind«, keuchte Frederic und erhob sich wieder mühsam. Sein Rücken schmerzte und er hatte sich bestimmt ein paar blaue Flecken eingehandelt.

»Benehmt euch nicht wie dumme, kleine Kinder. Damit ist wohl keinem geholfen«, schritt Isabelle nun ein und sah dabei von einem zum anderen. Sie hatte sich schnell wieder gefangen und konnte es kaum erwarten, endlich zur Tat zu schreiten. »Wir sollten uns besser überlegen, was wir jetzt tun können, um Mercedes dort herauszuholen.«

In diesem Moment klopfte es an der Tür und James trat ein. Etwas verwirrt verneigte er sich vor den Anwesenden und kam dann zögernd näher, um vor Frederic stehen zu bleiben. »Bitte verzeiht Eure Lordschaft, aber es ist etwas recht Ungewöhnliches passiert«, setzte er an.

Doch weiter kam er nicht. Sofort trat Rudolfo auf ihn zu und legte ihm die rechte Hand auf die Augen.

Der alte Butler stand ganz still und es schien, als würde ein Ruck durch seinen Körper gehen.

Dann nahm Rudolfo seine Hand wieder herunter und sah James freundlich in die Augen.

»Wir hätten gerne alle ein Glas Wein, James. Von diesem Schock müssen wir uns erst einmal erholen. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Sturm solche Kräfte entwickeln kann. Und bitte doch Sophie, uns noch einmal diese wundervollen Schnittchen zuzubereiten. Die waren wirklich sehr köstlich. Sie kann sie direkt in den Speisesaal bringen. Hier ist es mittlerweile etwas zu kalt und ungemütlich geworden. Anschließend kannst du die beiden Mädchen damit beauftragen, in der Zwischenzeit dieses Zimmer hier zu reinigen. Um den Glaser musst du dir keine Gedanken machen. Darum wird sich Seine Lordschaft persönlich kümmern.«

»Sehr wohl Graf Sergioso, ganz wie Ihr wünscht«, erwiderte der Butler ergeben und verneigte sich erneut, um sich dann wieder zu entfernen.

»Du hast ihm seine Erinnerung genommen«, sagte Isabelle überflüssigerweise und sah ihren Mann an.

»Und das werde ich jetzt auch bei den anderen tun«, erwiderte Rudolfo und schritt Richtung Tür.

»Wir können es uns nicht leisten, dass die Dienstboten in irgendeiner Form Verdacht schöpfen. Das würde nur unnötige Komplikationen nach sich ziehen. Ihr wisst ja, was auf Hexerei steht.«

Mit diesen Worten öffnete er die Tür und verschwand.

 

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Roberto blieb noch einen Moment allein im Salon zurück, bevor er sich entschloss, Frederic und Isabelle ins Speisezimmer zu folgen. Er musste diese Neuigkeiten erst einmal verdauen. Mercedes war schwanger mit seinem Sohn. Er wurde Vater. Mein Gott. Wie konnte das nur passieren? Sie hatten nur ein einziges Mal miteinander geschlafen. Oder war das Kind vielleicht gar nicht von ihm? Mercedes war immerhin noch verheiratet und hatte Simon-Claude auch erst vor wenigen Wochen verlassen.

Konnte es womöglich sein, dass er der Vater war? Doch das hätte Rudolfo sehen müssen, oder etwa nicht? Allerdings hatte sein Cousin auch nur von ›einem‹ Kind gesprochen. Er hatte nicht explizit gesagt, dass das Kind von ihm, Roberto, war. Und warum hatte er selbst nichts davon gespürt? Als werdender Vater hätte er doch durch seine Magie Bescheid wissen müssen.

Das hatte er aber nicht.

Roberto wurde abrupt aus seinen quälenden Gedanken gerissen, als jetzt die beiden jungen Hausmädchen mit Putzeimern und Besen bewaffnet den Salon betraten.

Schüchtern knicksten sie vor ihm und blieben dann unschlüssig im Türrahmen stehen.

Flugs straffte er sich und ging Richtung Tür. »Ihr könnt ruhig anfangen. Ich bin schon verschwunden«, sagte er mit einem missglückten Lächeln zu ihnen und begab sich dann auf den Weg zum Speisezimmer.

 

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Rudolfo und Frederic waren in eine heftige Diskussion vertieft, als er den Raum betrat.

Verwundert sah er jetzt in das Gesicht von Johann, der neben Isabelle auf einem der Stühle saß und das Gespräch mit unbewegter Miene verfolgte.

Als er Roberto bemerkte, erhob der Butler sich sofort von seinem Stuhl und verbeugte sich vor ihm.

Doch Roberto gab ihm mit einer Handbewegung zu verstehen, dass er dieses Gebaren für überflüssig hielt.

»Du bist ein freier Mann Johann. Und nicht mehr länger nur ein Diener. Das bist du eigentlich seit ewigen Zeiten nicht mehr. Ich möchte von dieser Ehrbezeugung nichts mehr hören und sehen und ernenne dich hiermit kraft meines Amtes zum Grafen Parpett.« Dieser Gedanke war ihm gerade ganz spontan gekommen und ohne lange zu überlegen, hatte er ihn sofort in die Tat umgesetzt. Tante Eloise hätte sicherlich vor Vergnügen in die Hände geklatscht.

Sofort verstummte das Gespräch zwischen Frederic und Rudolfo und alle Köpfe wandten sich Roberto zu.

Es war ziemlich schwierig zu sagen, welches der Gesichter bestürzter war. Das von Frederic oder vielleicht doch eher das von Johann, dem ehemaligen Butler?

Isabelle grinste still in sich hinein und auch Rudolfo konnte ein wohlwollendes Lächeln nicht unterdrücken.

»Wo kommen wir denn hin, wenn die Dienerschaft jetzt in den Adelsstand erhoben wird?« Ereiferte sich Frederic und warf Roberto einen bitterbösen Blick zu.

Dieser sah das Familienoberhaupt der Montemalles jedoch nur geringschätzig an.

»Dass du das Elixier erfunden hast, gibt dir noch lange nicht das Recht, auf Menschen hinabzusehen und sie in unterschiedliche Klassen einzuteilen. An Johann kannst du dir ein Beispiel an Rechtschaffenheit, Ergebenheit und bedingungsloser Liebe nehmen. Allesamt Eigenschaften, die dir gänzlich fremd sein dürften. Von diesem außergewöhnlichen Mann kannst du noch sehr vieles lernen. Ihm gebührt der Titel des Grafen wesentlich mehr, als es bei dir jemals der Fall sein wird!«

Frederic war vor Wut von seinem Stuhl aufgesprungen. »Wie kannst du es wagen? Du elender Bastard einer verachtenswerten Familie! Scher dich aus meinem Haus, und zwar sofort.« Doch Roberto grinste nur süffisant.

»Wann ich gehe, entscheide ich ganz allein alter Mann. Es wird allerhöchste Zeit, dass dich mal jemand in deine Schranken weist. Dein dummes Geschwätz ist ja nicht mehr zum Aushalten.«

Frederic sah ihn an, als sähe er einen Geist. Für einen kurzen Moment hatte es ihm schlichtweg die Sprache verschlagen.

Bevor er sich wieder gefangen hatte, schaltete Rudolfo sich erneut ein.

»Auch wenn ich meinem Cousin in allen Punkten recht geben muss, bringt uns das jetzt nicht weiter. Wir müssen an einem Strang ziehen. Alles Persönliche sollte für den Moment hintenan gestellt werden. Ich weiß nämlich, wo die Lugguttos sich aufhalten. Vorausgesetzt, Alfredo hat seinen Wohnsitz in den letzten Jahren nicht verlegt. Das kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Ich werde mich selbst auf den Weg zu ihm machen. Und du, Frederic, wirst mir ein paar Flaschen deines Elixiers überlassen. Ich glaube nicht, dass Pascale Pancois ihn mit Vorräten versorgen konnte. Das ist die einzige Möglichkeit, die ich sehe. Mercedes im Austausch gegen das Elixier.«

»Nein Rudolfo«, fiel ihm Roberto jetzt ins Wort. »Er würde dich vernichten, sobald du bei ihm erschienen bist. Du weißt ganz genau, dass deine eigene Magie nicht im Entferntesten ausreicht. Er ist dir haushoch überlegen. Dies hier ist mein alleiniger Kampf. Ich werde gehen, und zwar allein.«

Einen Einwand von Rudolfo fegte er mit einer barschen Handbewegung vom Tisch. »Du hast eine Frau Rudolfo. Ich glaube nicht, dass Isabelle sehr begeistert wäre, so früh schon Witwe zu werden.«

Das saß. Rudolfo war blass geworden. Ihm war klar, dass er ohne das Medaillon, das er Mercedes überlassen hatte, wirklich keine Chance gegen einen Schwarzmagier hatte. Trotz alledem ging es hier um seine Tochter. Er konnte nicht untätig herumsitzen. Er musste etwas tun.

 

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»Alfredo Luggutto ist mein Großvater«, sprach Roberto jetzt weiter. »Blut ist dicker als Wasser. Darauf baue ich. Und du weißt, wie sehr er die Sergiosos hasst. Du wärst bereits tot, bevor du überhaupt den Mund aufmachen könntest. Es gibt keine Milana mehr, vor der er Angst hat. Wenn überhaupt jemand eine Chance hat, bei seinem Erscheinen nicht sofort getötet zu werden, dann bin ich es. Und das weißt du ganz genauso gut wie ich, Rudolfo.«

Letzterer nickte schließlich verdrossen. Natürlich hatte Roberto recht mit allem, was er gerade gesagt hatte.

Trotzdem blieb ein sehr bitterer Nachgeschmack für ihn zurück. Nichts unternehmen zu können, war für ihn schier unerträglich.

Isabelle wusste genau, was in ihrem Mann vorging und musterte ihn besorgt.

Selbst wenn Rudolfo ein sehr besonnener Mensch war, hatte sie ihn in der Vergangenheit auch schon ganz anders erlebt. Ging es um seine Familie, kannte er keine Gnade.

An seinen blitzenden Augen erkannte sie, dass der alte Hass auf die Lugguttos wieder in ihm aufflammte. Selbst wenn das alles vor seiner Zeit geschehen war, wusste er bestens um die bereits seit Jahrhunderten andauernde Fehde zwischen den Clans Bescheid. Das Wissen um die Vorkommnisse wurde von Generation zu Generation weitergetragen und auch sein Vater Eduardo hatte Rudolfo über die Lugguttos ins Bild gesetzt. Er war jederzeit bereit, den Kampf aufzunehmen.

Beruhigend legte sie ihm jetzt eine Hand auf den Arm, als er sich endlich wieder gesetzt hatte.

»Roberto hat recht, mein Schatz«, versuchte sie ihn zu beruhigen. Vergessen waren die Vorwürfe, die sie ihm erst gestern noch gemacht hatte, da er ihr die Existenz der Lugguttos all die Jahre verschwiegen hatte. »Er ist wirklich der Einzige von uns, der es mit Alfredo aufnehmen kann. Schließlich ist er sein Enkelsohn. Und wenn es stimmt, was Christiano ihm erzählt hat, ist er mit dieser schwarz magischen Energie geboren worden. Er kann sie womöglich beständig einsetzen, ohne dadurch automatisch in die Fänge der schwarzen Mächte zu gelangen. Darüber hinaus soll seine Magie ja noch viel stärker sein als die von seinem Großvater. Er wird ganz instinktiv wissen, was er tun muss.«

Isabelle hatte ziemlich leise gesprochen, doch Johann hatte jedes Wort mitbekommen. Noch immer stand er in der Nähe von Roberto und sprach diesen jetzt auch direkt an.

»Bitte erlaubt mir, Euch zu den Lugguttos zu begleiten, Comte.« Roberto sah ihn vollkommen erstaunt an und wollte gerade ablehnend darauf reagieren, als Johann jedoch unbeirrt einfach weitersprach. »Die Gräfin le Coer hätte es nicht ertragen, Mademoiselle Mercedes in den Fängen von den verhassten Lugguttos zu wissen. Und ich habe immer in ihren Diensten gestanden. Von daher sehe ich es als meine oberste Pflicht an, mit Euch zu kommen.«

Johanns Miene war fest entschlossen. Das sah Roberto sofort. Er würde ihn nicht umstimmen können. Trotzdem musste er es zumindest versuchen.

»Ich kann Eure Beweggründe sehr gut verstehen, Graf Parpett«, setzte Roberto jetzt an und freute sich insgeheim über das fast erschrockene Gesicht von Johann und das vor Wut rot angelaufene von Frederic.

»Eloise hätte auf der anderen Seite jedoch ganz sicher nicht gewollt, dass Ihr Euch unnötig in Gefahr begebt. Wir haben es hier nicht mit irgendwelchen Strauchdieben zu tun, wie Ihr sehr wohl wisst. Die Lugguttos sind allesamt Schwarzmagier. Ihr hingegen, Graf Parpett, verfügt nicht über den kleinsten Hauch von Magie. Wie wollt Ihr Euch zur Wehr setzen? Und das werdet Ihr müssen. Alfredo Luggutto wird uns Mercedes ganz gewiss nicht freiwillig aushändigen.«

Es bereitete Roberto unbändigen Spaß, Johann erneut mit seinem soeben verliehenen Titel anzusprechen. Eine kleine Rache an Frederic.

Jetzt fing der ehemalige Butler an zu grinsen. »Das weiß ich sehr wohl Comte. Und ich weiß auch ganz genau, dass Ihr ihm nicht einfach so gegenübertreten werdet.

Ihr habt einen Plan. Und bei diesem könnt Ihr ganz gewiss zwei helfende Hände gut gebrauchen.«

Gegen seinen Willen musste Roberto jetzt auch grinsen. Johann war nicht zu unterschätzen. Sein Verstand war gestochen scharf. Ihm konnte man nichts vormachen.

Bevor er etwas darauf erwidern konnte, trat Rudolfo vor. »Ich bewundere den Scharfsinn des Grafen Parpett«, sagte er und nickte Johann dabei anerkennend zu.

»Somit wären wir schon vier helfende Hände. Selbst wenn es vielleicht nicht mehr wirklich viel ist, so können zwei davon auch etwas Magie beisteuern.«

Roberto sah sofort, dass er überstimmt war.

Nun, vielleicht war es wirklich von Vorteil, die beiden mitzunehmen. Sobald es brenzlig wurde, würde er sie wieder zurückschicken. Da hatte er seine ganz eigenen Methoden, aber die musste er den anderen ja nicht unbedingt auf die Nase binden.

Nach einem kurzen Blick zu Isabelle, die ihren Kopf zur Bestätigung senkte, nickte er schließlich.

Auch wenn seine Jugendfreundin nicht unbedingt begeistert war, dass ihr Mann sich solch einer Gefahr aussetzen wollte, ging es hier schließlich um ihre Tochter.

Und so wie Roberto sie kannte, wäre sie am liebsten selbst mitgekommen. Doch das war indiskutabel.

»Gut«, sagte er schließlich. »Ich gebe mich geschlagen. Wo genau befindet sich das Anwesen der Lugguttos?«

Bei diesen Worten sah er Rudolfo an, der ihn sofort über die Lage von Alfredos Refugium unterrichtete.

Roberto schloss für einen Moment die Augen, um sich die Gegebenheiten zu visualisieren.

Ein leichtes Lächeln lag auf seinem Gesicht, als er jetzt zufrieden nickte, um anschließend den Anwesenden seinen Plan zu enthüllen.

 

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